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Die Sage von Breitegg
Über die auf einem Höhenzug zwischen Raab- und Weizbachtal sich erhebende Wallfahrtskirche Breitegg erzählt eine alte Sage:
Während der Türkenzeit soll eine fremde Frau erschienen sein, die in kurzer Zeit aus einem von einem
Unterfladnitzer Grundbesitzer erbettelten Lindenholz eine Heilandstatue schnitzte,
die sich später als wundertätig erwies. So soll ein verkrüppeltes Mädchen geheilt worden sein.
Die Nachricht von dem Wunder verbreitete sich sehr rasch, so daß auch Wallfahrer aus entfernteren
Pfarren hierher kamen. Damals soll an der Stelle des heutigen Kirchenbaues nur ein hölzerner Glockenturm gestanden sein.
Als nach Jahrzehnten der Turm baufällig wurde, wollte man die Statue in eine Holzknechthütte überführen.
Auf dem Weg dorthin hielt eine Frau das Fuhrwerk an und fragte, was man denn hier transportiere? "Einen Ziegenbock",
war die Antwort des Knechtes. Plötzlich braute sich ein schweres Gewitter zusammen - ein Blitz erschlug den frevelnden Knecht,
ein zweiter entzündete die nahe Hütte. Lediglich die Statue soll erhalten geblieben sein.
Die Pfarrbevölkerung sah in dieser Begebenheit ein göttliches Zeichen und beschloss, eine gemauerte Kirche zu errichten.
Details zum Kirchenbau
Wenn auch Breitegg schon im Jahre 1407 als Preytekk erstmals urkundlich erwähnt wird,
so erfahren wir erst im Jahre 1775 von dem gezimmerten Glockenturm.
Die Unterfladnitzer Bevölkerung wandte sich damals an den Seckauer Bischof mit der Bitte,
den bestehenden und seinerzeit mit kirchlicher Erlaubnis errichteten Turm zu einer kleinen Kapelle ausbauen zu dürfen.
Schließlich wurde zum bestehenden Turm ein Bethaus errichtet.
Im Turm hing eine Loreto-Glocke, die man bei Unwettern läutete, um die gefährlichen Blitze abzulenken.
Im Turm stand die dem gegeißelten Heiland geweihte Holzstatue.
Bei zahlreichen Bittprozessionen wurden von unzähligen Wallfahrern bis 1775 insgesamt 400 Gulden für den Kapellenbau geopfert.
Ob dieser realisiert wurde, ist nicht feststellbar.
Der heutige Kirchenbau stammt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts.
Die Genehmigung, einen Kirchenbau aufzurichten, geht auf das Frühjahr 1845 zurück.
Der St. Ruprechter Pfarrer begründete seinen Wunsch einen festen Sakralbau aufrichten zu dürfen, mit der Bemerkung,
dass immer mehr und aus immer entfernteren Gebieten Wallfahrer zum Breitegg-Turm kämen,
die in dem kleinen Raum des Turmes nicht mehr untergebracht werden könnten.
Zudem wurden mehrere Kreuzwege mit Kreuzwegbildern von den Tälern auf den Berg errichtet, so von St. Ruprecht,
von Unterfladnitz, von Poschitz und von Grub. Schon im Jahre 1844 wurden die Kreuzwegstationen
von St. Ruprecht aus gemauert und mit großen Bildtafeln versehen. Die St. Ruprechter veranstalteten
an den Bittagen und am Markus-Tag Bittprozessionen zum Turm. Der Pfarrer erwähnte in seinem Schreiben
an den Bischof auch, daß die Seelsorge in der Dekanatskirche keinen Schaden erleiden würde,
wenn in der zu erbauenden Kapelle auch regelmäßig Gottesdienste stattfänden.
Für die laufenden Kosten sollten die Zinsen der Jakob- und Katharina-Greinwald-Stiftung herangezogen werden.
Seinem Schreiben legte er auch bereits einen Bauplan bei. Rasch erteilte das Bischöfliche
Ordinariat die Bewilligung zu einem Kapellenneubau und bemerkte auch, dass ein Drittel der laufenden
Sammlungen und Opfergaben an die Pfarrkirche St. Ruprecht für den Bau zu verwenden wären.
Fünf Jahre später konnte man im Spätherbst 1850 über die Bauvollendung berichten.
Am 27. Oktober hatte man eine neue Glocke aufgezogen und die Statue des gegeißelten Heilands in die neue Kirche übertragen.
An diesem Tag fand auch die Weihe der vollendeten Kirche statt. Nun bat der St. Ruprechter Pfarrer um die Erteilung einer
Messlizenz für alle Werktage und für den 4. Oktobersonntag, als dem Sonntag nach dem Kirchweihfest.
Die rund 60 Personen fassende Kirche wurde schließlich im Jahre 1853 durch den Baumeister
Jakob Gauster aus Dörfl endgültig vollendet.
Ende Dezember 1860 vermachte ein Auszügler aus Grub-Harthof der Wallfahrtskirche eine relativ hohe Geldsumme und bestimmte
1.200 Gulden Ö.W. für die Erhaltung der nach Breitegg führenden Kreuzwegstationen und 5.600 Gulden für die Kirche.
Dafür sollte am Tage der Kirchweihe für seine Seele ein einfaches Amt gelesen werden.
Im Jahre 1890 wurde die Hochaltarmensa und das Speisgitter in Marmor ausgeführt.
In diesem Jahr wurde auch der Maria-Hilf-Altar in der Vorhalle hergestellt.
Im darauffolgenden Jahr erfolgte eine Innenrenovierung durch den Wiener Dekorationsmaler Josef Oisner.
Die Fresken schufen der Italiener Felix Barazutti und Rudolf Glantschnigg.
Die Konsekration des Hochaltars fand am 20. Juni 1891 durch Fürstbischof Johann Zwerger statt.
Drei Kreuzwege führen nach Breitegg. Von Mitterdorf, St. Ruprecht/R. und Unterfladnitz .
Jedes Jahr am ersten Sonntag im Monat Juli findet in Breitegg ein großer Kirtag statt.
Übers Jahr finden immer wieder Hochzeiten in der idyllisch gelegenen Kirche statt.
Weitere Informationen erhalten Sie im Pfarrhof St. Ruprecht/Raab (Tel. 03178 2333)

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