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Ein kunstgeschichtliches Zeugnis des Barockzeitalters ist das am nördlichen Ortsausgang von St. Ruprecht
gelegene "Spitalskreuz".
Es beinhaltet eine Kreuzgruppe, welche dem Grazer Bildhauer Marx Schokotnigg zugeschrieben wird.
Der gemauerte Bildstock, der hinsichtlich seiner architektonischen Gestaltung dem Typus des "Breitpfeilers",
einer Abart des "Kapellenbildstockes", angehört, besitzt an seiner Schauseite eine Flachbogennische.
In sie wurde eine lebensgroße geschnitzte Kreuzgruppe mit einem gekreuzigten Christus, Maria, Maria Magdalena und Johannes dem Evangelisten gestellt.
Bereichert wird die plastische Gruppe mit barocken Freskodarstellungen.
So ist in der Nische der Hauptfront der Berg Golgatha mit der Stadt Jerusalem wiedergegeben.
Rechts und links von Christus sind Dismas und Gestas, der gute und der böse Schächer, dargestellt.
Im Scheitel des Nischenbogens ist die Heilig-Geist-Taube im Giebelfeld, das Brustbild des
segnenden Gottvaters mit Zepter und Weltkugel in einem ovalen Blendfeld zu sehen.
An der Schmalseite des Bildstocks befinden sich weiters Rechtecknischen, in die Heiligenfiguren eingestellt sind.
An der Westseite ist der als Bischof gekleidete hl. Rupertus, mit seinem Attribut, dem Salzkübel,
zu sehen, und an der Ostseite ist der Erzengel Michael dargestellt, der Luzifer bekämpft.
Mit den gemalten Darstellungen ist diese plastische Gruppe zu einem aussagekräftigen ikonologischen Programm verknüpft.
So steht die Kreuzgruppe als Sinnbild für den Opfertod Christi zur Erlösung der Menschheit, die vertikale Lesung - Christus,
Hl.-Geist-Taube und Gottvater - weist auf die Hl. Dreifaltigkeit hin, an die man sich vor allem zu den Zeiten der Pest wandte,
der hl. Michael nimmt in seiner Eigenschaft als Patron der Sterbenden auf das ehemals gegenüberliegende
Bürgerspital (Hauptstraße 49) Bezug, während der hl. Rupert als Namenspatron des Ortes dargestellt ist.
Die einzelnen Figuren zeigen den für Schokotnigg charakteristischen Körperbau,
bei dem der Künstler mit Hilfe des Kontrapostes eine dynamische, durch gegensätzliche Drehung von
Rumpf und Oberkörper zusätzliche serpentierte Haltung erzielt. Der geschlossene Figurenumriss
wird lediglich durch Gebärden und ausfallende Gewandteile aufgelockert.
(Quelle: Chronik von St. Ruprecht/Raab, herausg. Von Robert F. Hausmann)

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