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| (Schloss Unterfladnitz. G.M. Vischer) |
Im Norden von Unterfladnitz lag bis zum Jahr 1859 inmitten des Weizbachtales das Schloss Unterfladnitz.
Das Schloss wurde Mitte des 14. Jhd. von den Fladnitzern errichtet.
Das Ende des Schlosses brachte ein Unwetter am 26. Juli 1724 ....
Das Schloß Unter-Fladnitz lag nördlich des Ortes Fladnitz, südlich von Weiz, inmitten des breiten Weizbachtales.
Ein kleiner künstlicher Hügel, teils mit Obstbäumen bestanden, teils von Ackern eingenommen, zeigt heute die Stelle,
wo das große Schloß einst stand.
Am 26. Juli 1724 verwüstete ein ungewöhnlich starkes Unwetter mit starkem Hagelschlag das Weiztal und nahm die beiden Schlösser Ober- und Unter-Fladnitz hart mit.
Die Dächer beider Schlösser waren schwer beschädigt worden. Da ihr Besitzer, Johann Josef Graf Wurmbrand, die nötigen Ziegel nicht so rasch herbeischaffen konnte,
ließ er das nicht mehr bewohnte Schloß Unter-Fladnitz abdecken und die noch erhaltenen Ziegel zum Decken von Ober-Fladnitz (Thannhausen) verwenden.
Damit war das Schicksal des Schlosses Unter-Fladnitz besiegelt. Die Reste des Schlosses wurden von Bauern als Steinbruch benützt.
1859 war es nicht mehr vorhanden.
Als man damals noch nach Steinen grub, wurde eine sechseckige überwölbte Gruft freigelegt,
die einen Kupfersarg und noch drei andere zerfallene Särge enthielt.
Der Kupfersarg enthielt das Gerippe eines etwa 50jährigen Mannes und eine seidene, wohlerhaltene Perücke.
1680 war Unter-Fladnitz ein regelmäßiges, viereckiges,
dreigeschossiges Gebäude, das einen vermutlich säulengeschmückten Hof umgab.
Das Schloß war einst durch einen breiten Wassergraben gesichert.
Der Wehrbau von Fladnitz war freies Eigen der Fladnitzer, eines Stubenberger Dienstmannengeschlechtes.
In der Nähe des Schlosses dürfte ein Zehenthof des Erzbischofs von Salzburg gelegen gewesen sein,
der 1259 an den Grazer Bürger Volkmar vom Erzbischof von Salzburg verliehen wurde.
Zu dem Zehenthof gehörten verschiedene Zehente auf Gütern bei Unter-Fladnitz.
Auch auf dein späteren Wehrbau der Fladnitzer lag ein solcher,
vom Erzbischof zu Lehen rührender Zehent, der an die Besitzer
des Schlosses von Unter-Fladnitz später verliehen wurde
(das Schloß kann nicht mit dem alten salzburgischen Zehenthof verwechselt werden, denn es war freies Eigen).

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