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| (Schloss Unterfladnitz. G.M. Vischer) |
Diesen Wehrbau scheinen die Fladnitzer um die Mitte des 14. Jahrhunderts errichtet zu haben,
als sie ihren Wehrbau zu Fladnitz bei Passail entweder verlassen hatten oder sich ein
Zweig des Geschlechtes einen neuen Sitz schaffen wollte.
1351 besaß den Hof Ulrich der Kornberger von Fladnitz, dem Geschlecht der Fladnitzer entstammend.
Durch Erbschaft, Ablösung und Kauf war er zu Beginn des 15. Jahrhunderts an die Brüder Hans und Wilhelm die Gnäser gekommen;
Wilhelm beerbte sein Sohn Scotus, den letzten seines Stammes,
von dem "der Sitz vnnd vesten Vnnder Fladnitz" mit allem
Zugehör an seinen Stiefbruder Christof Breuner kam, den Bernhard Breuner beerbte. Ihm folgte sein Sohn Georg und die Tochter seines Bruders Friedrich, Anna, Frau Mar-tins von Fladnitz. Nach langen Erbstreitigkeiten wurden 1541 Georg und Anna je die Hälfte von Hof und Herrschaft zugesprochen, unter der Bedingung, daß Georg den Anteil seiner Base ablösen könne. Wegen der Höhe der Ablösungssumme ergaben sich neuerlich Schwierigkeiten, die 1545 durch einen Vergleich beendet wurden, in dem sich Georg verpflichtete, die Rente seiner Base abzulösen und das was Annas Mutter, Frau Regina, am Schlosse verbaut hatte, zu bezahlen. Ihm folgten 1560 seine Kinder Philipp, Christof und Katharina, die nach dem kinderlosen Tode der Brüder ihres Vaters Unter-Fladnitz erbten. Nach dem Tode ihres Gatten, Joachim von Trautmannsdorf, verkaufte sie 1585 die Herrschaft an Jonas von Wilfersdorf, der 1588 sie durch den Zukauf der Ämter Purgstall und Alt-Fladnitz von Wolf Herrn von Schärffenberg, an den sie aus dem Erbe der Fladnitzer gekommen war, vergrößerte. Nach seinem Tode machte 1614 Ernreich von Trautmannsdorf von seiner Mutter Katharina her Ansprüche auf die Herrschaft. Diese wurden aber abgewiesen und Jonas Sohn, Hans Adam, erbte 1615 die Herrschaft. Er starb schon 1616 und hinterließ das "Gschloss und Vössten Vnnter Flädnitz mit Maierhof, vischwasser, burgfried, Wälder, gejaider, Bergrechten, Zehenten, Unterthanen" seinem Sohn Jonas, der den Besitz an Hans Gabriel Maschwander und dessen Frau Theresia Katharina verkaufte.
Der Zehent auf dem Schloße war Lehen vom Erzbischof von Salzburg.
1636 verkaufte Maschwander Unter-Fladnitz an Johann Maximilian Freiherrn von Herberstein,
der mit den Stubenbergern auf Gutenberg wegen des Fischwassers
und mit den verschiedenen Herrschaften in der Umgebung wegen der Durchfahrt durch den Hof
in jahrelange Streitigkeiten verwickelt wurde.
Die Herbersteiner setzten Verwalter ein, die zum Teil auch die Herrschaft pachteten.
Es folgte Herbersteins Sohn Johann Ernst,
der 1718 das Schloß an Johann Josef Graf Wurmbrand verkaufte.
Nun wurde das Schloß verlassen und die Verwaltung der Güter nach Ober-Fladnitz verlegt.
Das Ende brachte das Gewitter vom Jahre 1724.

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