Osterfest 2020

von Gerhard Steinwender

Anregungen zur Feier der Ostertage vom Palmsonntag bis zum Karsamstag finden sie hier im Anhang!

KARSAMSTAG

Den Karsamstag in der Familie zuhause feiern

FEIER- und GESTALTUNGSELEMENTE:
• Keine liturgische Lesung, Feier – Jesus liegt im Felsengrab

• Mit Figuren und Legematerial das Grab von Jesus legen – aus schwarzem Tuch eine Grabhöhle legen, Jesusfigur in ein weißes Tuch wickeln, hineinlegen, Stein vor das „Grab“ legen –
eine Kerze davor anzünden und das Grab mit Blumen schmücken

Bräuche vom Karsamstag in der Familie „beleben“ z.B. ein „Weihfeuer“ machen, ein Segensgebet sprechen, auf die Glut Weihrauch legen und damit das Haus „räuchern“;
die Glut in den Ofen geben …eine Osterratsche basten und damit in der Früh, zu Mittag und am Abend ratschen – kann auch eine einfache Rassel sein…

eine Osterkerze basteln

• miteinander Ostereier färben und darüber sprechen, warum das Ei ein besonderes Zeichen für Ostern ist

Osterschmuck für die Osterjause basteln und in den Ostersymbolen Geschichten für Verwandlung/Auferstehung entdecken: Raupe – Schmetterling, Ei – Küken, Samen – Pflanze…

Verwandlungsgeschichte hören: Raupe Stummelbein

Licht des Lebens und der Auferstehung - Osterkerze gestalten!
Selbst gestaltete Osterkerzen ergeben einen wunderbaren Blickfang für den Familien-Ostertisch. Je nach Vorliebe können richtig bunte Exemplare entstehen oder mit Symbolen gestaltete Osterkerzen.
„Ich bin das Licht der Welt!“ sagte Jesus im Johannes Evangelium. Sie gehören zu einer Reihe von sieben „Ich-bin-Worten“ Jesu, die im Evangelium nach Johannes überliefert sind.
Die Osterkerze ist für Christen ein wichtiges Symbol. Das Licht erinnert an das Leben und an die Auferstehung von Jesus.

Geschichte:  Die Raupe Stummelbein
Es war einmal eine kleine Raupe. Weil sie so kurze Beinchen hatte, nannten sie alle STUMMELBEIN. Die Raupe Stummelbein hatte immer großen Hunger.
Jeden Tag kroch sie von einem Blatt zum anderen und fraß alles, was ihr erwischen konnte. Als die kleine Raupe eines Tages gerade wieder beim Blättermampfen war, kam plötzlich ein Marienkäfer daher geflogen und sagte:“Igitt, bist du aber hässlich! So dick und so kurze Stummelbeinchen. Schau mich an! Wie meine roten Flügel in der Sonne glänzen und meine wunderschönen Punkte geben mir ein elegantes Äußeres, aber du...“. Die kleine Raupe blickte zuerst sich an und dann den Marienkäfer. Dann ließ sie den Kopf hängen, der Marienkäfer hatte recht, nichts an ihr war elegant und schön, sie fand sich wirklich dick und hässlich und das machte sie sehr traurig.
Am nächsten Morgen kam eine Biene eilig daher geflogen. „Pfui, was bist du für ein garstiges Tier, wie kann man so viel fressen und so dick werden. Schau meine schlanke Taille und meine zarten Beinchen an und wie meine Flügel in der Sonne glitzern, aber du…“. Verächtlich flog die Biene davon. Die Raupe Stummelbein aber konnte den ganzen Tag nichts mehr essen. Warum war sie nur so hässlich? Am späten Nachmittag, als die Sonne gerade schön dunkelgelb durch die Blätter guckte, versteckte sich Stummelbein unter einem Blatt. „Sogar die Blätter leuchten und tanzen in der Sonne… und ich…?“, dachte sie traurig. Plötzlich sah Stummelbein ein wunderschönes Wesen. Es war wunderschön und hatte große leuchtende Flügel.
„Warum bist du so traurig?“ fragte das fremde, zarte Tier. Da war die kleine Raupe ganz verlegen. Dann fasste sie sich ein Herz und sagte: „Keiner mag mich, weil ich so dick und hässlich bin. Sogar die Blätter glänzen, aber mich macht die Sonne nicht bunt und schön.“
Da lächelte das fremde Tier und sagte freundlich: „Du musst ganz tief in dich hinein horchen und hinein spüren. Tief in deinem Inneren wirst du wachsen und reifen. Und wenn die Zeit gekommen ist, wird die Sonne dir ein verwandeltes Leben schenken.
“ Stummelbein musste über die Worte so fest nachdenken, dass sie gar nicht merkte, als das zarte Tier davonfolg. Und in der Nacht, als alles zur Ruhe gekommen war, suchte sich Stummelbein einen sicheren, geschützten Platz.
Sie dachte immerfort an die Worte des schönen Tieres. Ganz in Gedanken versunken, fertige die Raupe eine dichte Hülle um sich, die sie bald völlig umschloss. Ganz ruhig lag Stummelbein zwischen hohem Gras, niemand beachtete die kleine Raupe, die in ihrem Kokon verschwunden war. Es sah so aus, als wäre sie gestorben – aus dem Kokon drang kein Laut, nichts bewegte sich mehr. Eines Tages aber begann der Kokon zu zittern und die Hülle bekam einen Riss – eine Öffnung.
Aus dieser Öffnung krabbelte mit viel Mühe ein kleines zartes Tier heraus und setzte sich auf ein Blatt. Aber was war das? Das Tier streckte sich hoch und zwei wunderschöne, zarte Flügel entfalteten sich – zart und leuchtend in herrlichen Farben.
Die Sonne ließ sie schillern und glänzen. Wie von selbst erhob sich das Tier und schwebte über Bäume und Wiesen.
„Was für ein schöner Schmetterling!“ riefen alle, die es sahen.„Du hast so herrlich glänzende Flügel – du bist wirklich wunderschön!“
Da lächelte das Tier und schwebte glücklich der Sonne entgegen.

KARFREITAG

Den Karfreitag in der Familie zuhause feiern

FEIER- und GESTALTUNGSELEMENTE:

• an diesem Tag - bewusst gemeinsam in der Familie die Stille suchen – kein Radio, keine Zerstreuung; bewusst weniger und einfacher essen und miteinander reden, was dieser Tag bedeutet

• Aus der Kinderbibel die passende Stelle zum Karfreitag vorlesen oder Lesetext von der Pfarre nehmen

• Mit Figuren und Legematerial (Figuren aus Lego, Playmobil, Holzkegel, Kreuz) die biblische Erzählung mitspielen oder nachstellen

• den Kreuzweg mit Zeichen legen - siehe http://www.familien-feiern-feste.net/155d750.html Kreuzwegandacht mit Symbolen:
Abendmahl: Brot und Wein; Verhaften: Strick; Verurteilen: Stein; Kreuzweg: Stein fallen lassen; Maria: Rose; Simon hilft: Hand; Veronika: Tuch; Kreuzigung: Holz, Nagel, Hammer; Jesus stirbt: Kerze auslöschen;

• Passendes Lied singen z.B. „Jesus trägt das Kreuz allein“

• Um 15.00 Uhr kurze Stille halten, Kerze anzünden und an die Sterbestunde Jesu denken – gleichzeitig aber auch an alle denken, die es schwer haben…

Gespräche: Es macht traurig, wenn wir denken, wie Jesus gestorben ist, wenn wir an Menschen denken, die es sehr schwer haben. Gleichzeitig wissen wir: Der Tod hat nicht das letzte Wort –
am Ostersonntag ist Jesus von den Toten auferstanden. Sein Leben, Sterben und sein Auferstehn macht Mut.
Mit den Kindern an die Verstorbenen der Familie denken – Kerzen anzünden, Fotos von ihnen herzeigen und schöne Erinnerungsgeschichten von diesen Menschen erzählen…

Kreuze basteln aus kleine Ästen aus dem Garten – mit Schnur verbinden; aus Pfeifenputzern; aus Papier ausschneiden, usw.

Kreuze legen – mit Steinen im Garten (Steine vorher beschriften – was unser Leben schwer macht) und ein Jesuszeichen in die Mitte geben, z.B. Herz – die Liebe ist stärker als der Tod…

eine Tränenkrone basteln/legen – aus biegsamen Zweigen eine Krone flechten; aus blauen Papier Tränen ausschneiden und hinauf schreiben, was uns traurig macht und auf die Krone legen – daran denken, dass Gott uns mit unserer Trauer nicht alleine lässt, dass er in Jesus den schweren Weg durch Leid und Tod hindurch gegangen ist…Die Tränenkrone kann am Ostersonntag zu einem Blumenkranz als Zeichen für die Auferstehung werden!
siehe Anleitung http://www.familien-feiern-feste.net/155d320.html

GRÜNDONNERSTAG

Den Gründonnerstag in der Familie zuhause feiern

FEIER- und GESTALTUNGSELEMENTE:
• Aus der Kinderbibel die passende Stelle zum Gründonnerstag vorlesen oder Lesetext von der Pfarre nehmen.

• Mit Figuren und Legematerial (Figuren aus Lego, Playmobil, Holzkegel, Bausteine, kleiner Tisch…) die biblische Erzählung mitspielen oder nachstellen.

• Passendes Lied singen z.B. „Jesus feiert zum letzten Mal“ oder „Rund um den Tisch“                                                http://die-liedertester.at/category/einsatzort/gabenbereitung/

Gemeinsam Fladenbrot backen (Rezept siehe Beilage)

• Für eine gemeinsame Feier den Tisch besonders schön decken – Tischtuch, Kerzen, Blumen – Fladenbrot und Krug/Becher mit Traubensaft herrichten.
Miteinander reden:
Was hat Jesus beim Letzten Abendmahl mit seinen Jüngern gefeiert? Welches Abschieds- Erinnerungsgeschenk hat er ihnen und damit auch uns gemacht? In Brot und Wein werde ich für immer bei euch sein.
Was bedeutet dieses Stück Brot – dieser Schluck Traubensaft/Wein für mich für unsere Familie?
Miteinander feiern:
Brot segnen, Gott dafür danken, teilen und mit guten Wünschen an die Familienmitglieder weitergeben; bzw. den Traubensaft segnen, dafür danken mit guten Wünschen in die Becher der Mitfeiernden einschenken
Wer von einem Brot isst, sagt zum Andern du und ich – wir sind Freunde. Wer aus einem Becher trinkt, sagt zum Andern du und ich – wir sind Freunde.

°Brotgeschichte vorlesen vom „Brot, das anders schmeckt“ und darüber sprechen: Warum nimmt der Vater ein Stück Brot von zuhause mit?
Warum hat das Brot allen dann „anders“ geschmeckt?

Rezept Fladenbrot
250 g Mehl
3 TL Backpulver
125 g Joghurt
ein wenig Wasser
ein wenig Olivenöl
1TL Salz, Kräuter nach Geschmack (Thymian, Oregano)
Olivenöl zum Bestreichen

Den Backofen auf 200°C Heißluft vorheizen.
Alle Zutaten vermischen, bis ein gut formbarer, elastischer Teig entsteht.
Zu 4 Fladen ausrollen und mit Olivenöl bestreichen.
Im Backofen ca. 10 min goldbraun backen.
Auskühlen lassen! Guten Appetit!


Geschichte "Vom Brot, das anders schmeckt" Kurzversion nach L. Boff

In Südamerika in einem kleinen Fischerdorf lebte eine junge Familie mit drei Kindern. Der Vater arbeitete in der Fischfabrik. Die Fabrik musste schließen und der Vater wurde arbeitslos.
Er fand aber nur eine Arbeit weit weg. Da die Familie sehr arm war, konnte er sie nicht mitnehmen. Das machte alle traurig und das Abschied nehmen sehr schwer.
Als sie das letzte Mal beim Abendessen saßen, sagte der Vater zu seiner Familie: "Ich nehme ein Stück Brot von daheim mit, und wenn ihr morgen beim Abendessen von diesen Brot esst und ich dort,
wo ich bin, von diesem Brot esse, dann denken wir aneinander."
Und so hatten sie es gemacht. Als sie am andere Abend das Brot miteinander aßen, dachten sie an ihren Vater, sie wussten, in diesem Augenblick denkt auch er an uns.
Und das Brot, so kam es ihnen vor, schmeckte auf einmal ganz anders. Sie spürten die Verbundenheit mit dem Vater und erinnerten sich an ihn.
Und es war so, als wäre er wieder bei ihnen.

PALMSONNTAG

PALMSONNTAG

Jesus kommt nach Jerusalem

Nach einer Wegbiegung bleiben die Jünger, die vorausgegangen sind, stehen. Dann halten auch die anderen, die mit Jesus folgen, an.
Jerusalem! Jerusalem!, ruft Thaddäus. Er sieht die Stadt, die in der Ferne vor ihm liegt, zum ersten Mal. Er hält die Hand wie ein kleines Dach über die Augen und schaut hinüber.
Dort, auf der anderen Seite des Kidrontals, ragen Türme in die Höhe, leuchten Kuppeln. Der Tempel, der Tempel, jubelt er.
Er zeigt auf die hohen weißen Wände, auf die gewaltigen Stützmauern am Rande des Stadthügels.
Goldverzierungen glitzern. Schon fünfzig Jahre lang wird am Tempel gebaut, sagt einer der anderen Jünger.
König Herodes, der große König Herodes hat mit dem Tempelbau angefangen, fügt er hinzu, während sie sich an den Straßenrand setzen.
Dieser Herodes, dieser Herodes!. Petrus stampft auf den Boden, ein grausamer Herrscher war er!
König der Juden wollte er sein, doch die Römer waren seine Freunde, diese Römer mit ihrer Macht, mit ihren Götzen!
Seht die Türme der Burg Antonia neben dem Tempel. Die Burg macht mir Angst!
Während sich Jesus und seine Jünger hier auf dem Ölberg ausruhen, ziehen viele Menschen an der Straße an ihnen vorbei.
Manche kommen von weit her, ihre Kleider sind staubig, Sie sind erschöpft. Aber alle jubeln, wenn sie hinüberschauen,
wenn plötzlich der strahlende Tempel vor ihnen liegt. Alle kommen zum Passahfest, das sie in Jerusalem feiern wollen.
Da winkt Jesus Thaddäus und Jakobus zu sich: Geht in das kleine Dorf, das dort am Straßenrand liegt. Ihr werdet beim ersten Haus einen kleinen Esel finden, der mit einem Strick an der Hauswand festgebunden ist. Bindet den Esel los und bringt ihn zu mir.
Und wenn der Bauer, der dort wohnt sagt: Der Esel gehört doch mir, so sollt ihr nur antworten: Jesu, unsrer Meister, braucht das Tier!
Er wird euch den Esel geben. Kennt der Bauer dich denn? möchte Thaddäus fragen. Und eigentlich möchte er hier, wo man so wunderbar nach Jerusalem blicken kann, sitzen bleiben. Doch er gehorcht Jesus. Zusammen mit Jakobus macht er sich auf den Weg.
Wozu braucht Jesus den Esel? fragt er sich. Wozu braucht Jesus den Esel? fragt er später Jakobus, nachdem sie den Esel bereits gefunden haben
und schon wieder auf dem Rückweg zu Jesus sind. Jakobus, der die alten Bücher gut kennt, bleibt stehen, legt seinen Arm um das Eselchen und sagt: Beim Propheten Sacharja steht es geschrieben: Freue dich, du Stadt Jerusalem. Dein König kommt zu dir.
Ein gerechter König ist er. Er ist arm und doch mächtig. Auf einem jungen Esel wird er in die Stadt reiten.
Jetzt hat Thaddäus verstanden, warum Jesus dieses Tier braucht.

Er bringt den Esel zu seinem Meister und er wirft seinen eigenen Reisemantel über den Rücken des Tieres.
Er hilft Jesus beim Aufsteigen. Als gerechter König also soll Jesus nach Jerusalem reiten!
Arm und doch mächtig! Sie werden sagen: Endlich kommt der König, den der Prophet vor Jahrhunderten verheißen hat!

Viele der Pilger erkennen Jesus wirklich. Sie drängen sich zu ihm. Er soll auf einem Teppich nach Jerusalem reiten!
Er ist doch König, rufen sie. Manche schlüpfen schnell aus ihren Mänteln und breiten die Kleider auf der Straße aus.
Andere brechen Zweige von den Bäumen ab und streuen sie auf den Weg.
Vor Jesus und hinter Jesus jubeln Männer, Frauen und Kinder. Sie singen und rufen laut:
Hosanna, du unser König.
du Sohn Davids.
Getobt seist du,
du kommst von Gott
zu uns armen Menschen.
Hosanna, hilf unsl

Hosanna, Hosanna - hilf doch! - immer weiter rufen sie, bis Jesus auf seinem Esel in die Stadt Jerusalem einzieht.

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